Erfahrungsbericht von Keerthiga Nagalingam, Fachfrau Betreuung Kinder i.A.

Das Aeschbacherhuus hat in der Regel vier Ausbildungsplätze für Fachpersonen, bzw. Fachmänner Betreuung Kinder an.
Im folgenden Bericht erhalten Sie Einblick in den Ausbildungsalltag .

Seit Sommer 2019 absolviere ich die Lehre zur Fachfrau Betreuung Kind im Aeschbacherhuus auf der Wohngruppe Dschungel und bin mittlerweile im zweiten von insgesamt drei Lehrjahren.

Im ersten und im zweiten Lehrjahr besuche ich während zwei Tagen die Schule an der BFF in Bern. Im dritten Lehrjahr, also ab Sommer 2021, habe ich noch einen Tag Schule.

Im Haus gibt es auf jeder der vier Wohngruppen einen Ausbildungsplatz für eine Lernende oder einen Lernenden.

In der Schule werden praxisorientierte Fächer wie Kommunikation, Entwicklung, Betreuung und Animation unterrichtet. Dies gibt mir die Möglichkeit, die in der Schule gelernte Theorie im Arbeitsalltag auf der Wohngruppe Dschungel anzuwenden. Ergänzend zu den bereits erwähnten Unterrichtsfächern habe ich Allgemeinbildung und jede Woche Sport.

Ich erlebe das Aeschbacherhuus, oder das «Aeschbi», wie wir gerne im Haus sagen, in Bezug auf die Ausbildung zur Fachfrau Betreuung Kind als ein sehr engagierter Betrieb. Ich habe die Möglichkeit, interne Weiterbildungen zu besuchen, die ebenso dem ausgelernten Personal zur Verfügung stehen.  Einige interne Weiterbildungsthemen sind beispielsweise Heilpädagogik, Epilepsie, Notfälle bei Kleinkindern oder Ernährung.

Gemeinsam mit meinen Mitlernenden habe ich jedes Semester eine Weiterbildung, die von internen Fachpersonen geleitet werden. Dabei werden Themen aufgegriffen, die in der Schule nicht auf dem Lehrplan stehen. Sie tun dies deshalb nicht, weil die Schule den Fokus auf die Ausbildung in einer Kindertagesstätte (KITA) legt. Themen während einem sogenannten «FaBe Forum» können sein: Aufbau der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) im Kanton Bern oder unser internes Qualitätsmanagement.

Mit meinen Mitlernenden habe ich die Möglichkeit, jedes Semester ein Projekt zu planen, woran alle Kinder der vier Wohngruppen im Haus teilnehmen. Dies bietet uns Lernenden die Möglichkeit, uns auszutauschen und zusammenzuarbeiten, was ich persönlich sehr schätze. In der Klasse fehlt es mir manchmal an «Gleichgesinnten», da die meisten meiner Klassenkameraden ihre Ausbildung in einer KITA absolvieren.

Im Unterschied zu einer KITA muss ich im Aeschbi Besonderes leisten, wie beispielsweise die Schichtarbeit. Zudem begegne ich häufig Familien, die sich in komplexen und teils herausfordernden Lebenssituationen befinden. Damit die Zusammenarbeit gelingen kann, sind eine gute Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und Vertrauen in unsere Arbeit sehr wichtig. 

Meinen Arbeitsalltag auf der Wohngruppe erlebe ich als sehr vielfältig. Nebst der Kinderbetreuung habe ich meine «Ämtli», die ich erledigen muss. Zudem gibt es anfallende Haushaltsarbeiten und Sitzungen, an denen ich teilnehme. Zudem habe ich ausbildungsspezifische Aufgaben und Projekte, an denen ich in ruhigen Momenten arbeiten kann.

Die erwähnten Projekte und Aufgaben erhalte ich von meiner Berufsbildnerin. Die jeweilige Planung und Umsetzung bieten mir die Möglichkeit, eine grosse Spannbreite an Kompetenzen zu erwerben. Ebenso habe ich alle zwei Wochen eine Sitzung mit meiner Berufsbildnerin. Einen regelmässigen Austausch erachte ich als wichtig, damit ich weiss, wo ich in meiner Ausbildung stehe.

Ich bin dankbar, meine Ausbildung zur Fachfrau Betreuung Kind hier im Aeschbacherhuus absolvieren zu dürfen. Wenn ich nach einem facettenreichen Arbeitstag auf der Wohngruppe Dschungel nach Hause gehe, sind es fast nur die schönen Momente mit den Kindern, die mir bleiben.

 

Keerthiga Nagalingam